BSD – Eröffnung des Dorfladens und des Cafes am Samstag, 22.07.2017

Der Dorfladen und das Cafe im Haus Engels wurden am vergangenen Wochenende eröffnet und nach der ersten Bilanz kann der Dorfladen sowohl ideell als auch wirtschaftlich positiv in die Zukunft schauen. 

Die Rede des Vorstandvorsitzenden der Bürgerstiftung Dillhausen, Dr. Joachim Schermuly, fasste den nicht immer einfachen Weg bis zur Eröffnung detailliert zusammen:

 

Ich halte die Begrüßung kurz und einfach: liebe Gäste und Besucher des Engelshauses, besser liebe Kunden des neuen Dorfladen, noch besser liebe zukünftige Stammkundschaft des neuen Dorfladen.

Einfach nur zu sagen, wir erklären den Dorfladen für eröffnet wäre zu kurz und dem Anlass nicht genug gewürdigt.
Deswegen will ich den Werdegang des Engelshauses bis hin zum Dorfladen kurz zusammenfassen. Keine Angst, ich fasse mich kurz, es bleibt noch genug Zeit zum Einkaufen und zum Essen, die Anzahl der Redner ist auch überschaubar.

Dass wir heute hier stehen und im Haus Engels einen Dorfladen eröffnen, hat schon eine längere Geschichte.

Im Rahmen der Dorferneuerung vor ca. 12 Jahren wurde beschlossen, dass das leer stehende Haus gekauft, saniert und von der Bevölkerung als sozialen Treffpunkt, wie auch immer genutzt werden sollte.
Diese Entscheidung machte Sinn, das Gebäude steht zentral und passt hervorragend in das Blickfeld der privat sanierten Fachwerkhäuser Teutsch und Naumann mit dem Wehrturm im Hintergrund.

Übrigens das Logo unserer Bürgerstiftung.

Es sollte vermieden werden, dass ein privater Investor das Gebäude kauft und nicht saniert. Dieses Negativbeispiel sehen wir am Haus bei Lippse oder auch beim Gaasemann gegenüber.

Auch war ein gewisser Raumbedarf vorhanden, z. B. benötigte die Feuerwehr Schulungsräume, Geld für ein neues Feuerwehrhaus oder eine Erweiterung des DGH war zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden. Die Probbacher hatten ihr Vikariehaus, wir sollten das Haus Engels bekommen.

In diesem Zusammenhang wurde 2008 die Bürgerstiftung gegründet, die die Trägerschaft übernehmen sollte, deswegen gibt es die Bürgerstiftung.
Zunächst tat sich erst einmal nichts. Dann aus politischen Gründen, die bekanntermaßen oft schwer nachvollziehbar sind, war auf einmal doch Geld da, das DGH wurde großzügig erweitert und saniert. Die Feuerwehr bekam ein neues schmuckes Gebäude.

Damit kam die Frage auf, was machen wir mit den Haus, brauchen wir es noch, zumal das DGH auf einmal teurer wurde als erwartet, das Geld war wieder knapp. Ich sehe heute noch die Gesichter der Gemeindevertreter in Dillhausen, in denen die Frage abzuleiten war: Brauchen wir in Dillhausen noch zusätzliche Flächen für die öffentliche Nutzung bei den jetzt vorhandenen Quadratmetern im DGH mit dem Raum der Begegnung und dem neuen Feuerwehrgerätehaus.

Über einen Verkauf wurde in dieser Phase laut nachgedacht.

Was die reine Fläche angeht so hatten die Damen und Herren aus dem Gemeindegremium schon recht. Aber das Haus Engels sollte ja ein sozialer Treffpunkt werden, wo sich in einer gewissen heimeligen Atmosphäre die Bewohner regelmäßig treffen können.
Eine 100m2 Fläche in einem kalten Saal kann das nicht bieten.

Also hielten wir von der Bürgerstiftung am Haus Engels fest.

Die Gemeinde und das Land Hessen übernahm die Außensanierung, die Bürgerstiftung sollte dann den Innenausbau bewältigen. Wie wir das finanziell schaffen sollten, wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Mit einem Konkreten Nutzungskonzept, das weitere öffentliche Mittel generiert hätte taten wir uns schwer.
Einen Dorfladen, kleiner als den jetzigen, hatten wir im Hinterkopf, auch ein Arztzimmer, in denen die Dr’s Eiseinstein später ihre wöchentliche Sprechstunde vor Ort abhalten könnten, wurde diskutiert.
Räume für kleine Versammlungen, Vorstandssitzungen waren ebenso im Gespräch. Veranstaltungen wie im Probbach, z. B. Gemäldegalerien oder Seniorenmodeschauen waren nicht vorgesehen.

Und dann kam wieder was Neues.

Die Gründung des Zukunftsforums in 2015 mit der Regionalvermarktung, Schwerpunkt in Dillhausen. Nach 2 sehr erfolgreichen Herbstmärkten zeigt sich, dass die monatlichen Märkte in 2016 schwer auf Dauer durchführbar sind, viel ehrenamtlicher Aufwand mit Aufbau, Abbau, Straßensperrung, Dienst am Samstagmorgen.

Jetzt wurde das Haus Engels gebraucht!

Die Bürgerstiftung und die Regionalvermarktung beschlossen also einen Dorfladen einzurichten. Wir kümmerten uns um die Fertigstellung des Erdgeschosses und stellten somit die Räume zur Verfügung, das Zukunftsforum führt den Dorfladen in der neuen Unternehmergesellschaft. Die Bürgerstiftung darf als gemeinnützige Einrichtung kein Gewerbe betreiben.

Als Beginn der Maßnahmen habe ich den 04. März notiert, die alten Sachen wurden ausgeräumt und in Beselich entsorgt.
Neben den anderen ehrenamtlichen Helfern ist es in erster Linie zwei Personen zu danken, dass das Projekt innerhalb von gut 4 Monaten auf die Beine gestellt wurde.

Um den Innenausbau kümmerte sich Dieter Marek. Er hat organisiert, sich um die Handwerker gekümmert, das ganze finanzielle durch kalkuliert, damit der Vorstand mit dem zur Verfügung stehendem Geld auskommen konnte.

Natürlich hat er auch mit angepackt, wo er nur konnte, auch wenn manchmal sein Rücken zwickte.
Lieber Dieter einmal mehr herzlichen Dank.

Die zweite Person ist der Volker Mühl. Er hat mit seinem Power, seinem unternehmerischen Wissen das Projekt Dorfladen auf die Beine gestellt.

Dazu eine kleine Geschichte:
Volker und ich saßen zusammen während der letzten Europawahl sonntags im Wahllokal. Die Wahlbeteiligung war wie erwartet gering und wir langweilten uns.
Irgendwann kamen wir auf das Engelshaus und das noch fehlende Nutzungskonzept zu sprechen.
Und fingen an, ich Drücke mal so aus, „rumzuspinnen“ wobei er ja noch viel weiter geht, d.h. noch mehr spinnt, seine Frau, die Birgit, weiß bestimmt ein Lied davon zu singen.
Ein Teil dieser Spinnereien oder sagen wir Vision geht heute in Erfüllung: Der Dorfladen wird eröffnet.
Die Inneneinrichtung hat er besorgt, mit den Lieferanten verhandelt, das Personal eingestellt, das Warenangebot zusammengestellt, die Kalkulation gemacht.
Auch körperlich hat er sich voll eingebracht, ich sehe noch wie er am vergangenen Samstag auf den Knien die Erde aus den Fundamentlöchern für die Sonnenschirme mit bloßen Händen herausgeholt hat.

Lieber Volker, unser aller Dank ist dir gewiss.
Dass das Engelshaus und auch der Dorfladen genutzt wird, daran habe ich keinen Zweifel. In der Vergangenheit wurden alle Einrichtungen, die unter tatkräftigen Mithilfe unserer Bürger entstanden sind auch erhalten und mit Leben gefüllt.
Das DGH sowieso und auch das Backes von manchen früher als überflüssig angesehen, ist nicht nur ein Blickfang, sondern es wird fleißig gebacken wie an diesem Wochenende.
Es gab und gibt im Hinblick auf unseren neuen Dorfladen auch einige Bedenkenträger, das funktioniert doch nicht, das rechnet sich nicht, um nur einige zu nennen.

Diesen Zweiflern kann ich zurufen: kauft regelmäßig oder ab und zu hier ein, und Eure Bedenken werden sich in Luft auflösen.
Es können am heutigen Tag alle zufrieden nach Hause gehen. Wir von der Bürgerstiftung, dass unser Engelshaus erst einmal im Untergeschoß saniert und einer sehr sinnvollen Nutzung zugeführt wird.
Das Zukunftsforum hat in einem Teilbereich, der Regionalvermarktung ihr Ziel erreicht, ein Dorfladen wurde installiert.
Die Gemeindevertreter und der Vorstand mit der Gewissheit richtig gehandelt zu haben bei der Bewilligung der Gelder zum Erhalt des Engelshauses. Und zuletzt die Bürger von Dillhausen, die jetzt einen Dorfladen haben und samstags und sonntags nicht mehr nach Winkels oder Mengerskirchen fahren müssen, um Brötchen zu holen.

Zum Schluss ein kleines Beispiel einer Anekdote. Eine Person aus dem Dorf sagen wir die Martina Beck kommt am Wochenende hierher, sie hat keine Lust Kaffee zu kochen. Sie frühstückt hier und macht ihre Einkäufe. Dabei möchte sie natürlich das Neueste erfahren und noch mehr ihre Informationen weitergeben.
Und nehmen wir, dass irgendwann der Arzt hier seine Sprechstunde abhält, samstags ist zwar unwahrscheinlich, aber dann könnte sie ihr Rezept abholen und die Krankmeldung für den kommenden Montag gleich mitnehmen. Eine bessere soziale Begebenheit kann doch gar nicht stattfinden.

So jetzt ist es Zeit von Seiten der Bürgerstiftung Dillhausen, den Dorfladen für eröffnet zu erklären und ich gebe jetzt das Wort weiter an den Volker Mühl.

 

Dr. Joachim Schermuly/22.07.2017

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