2009 – FFW – Die Geschichte des neuen Feuerwehrhauses

Man schrieb das Jahr 2009 – Dillhausen war seit 2006 in dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen – als unser altes Feuerwehrhaus in den Focus der Dorfpolitik geriet.  Unter dem Stichwort „Priorität 3“ war im Dorfentwicklungskonzept der Arbeitsgruppe eine Grundsanierung mit Umbaumaßnahmen beabsichtigt, da die Räumlichkeiten in allen Bereichen „in keinster Weise“ als ausreichend erachtet wurden.

Seit 1953 stand das aus einem Geräteraum, einer Garage und einem Sozialraum bestehende „Spritzenhaus“  mit einem stattlichen Turm an der Seite für die Pflege der Feuerwehrschläuche am Fuße des Schiefers. Der vormals noch oberhalb des Feuerwehrhauses gelegene Löschteich – im Volksmund auch „Säupoul“ genannt –  war zwischenzeitlich in eine Betonzisterne umgewandelt worden, um einen Löschwasservorrat im Dorf  jederzeit zur Verfügung zu haben.

Zunächst war seitens der Brandschutzbehörde – die Gemeinde Mengerskirchen – geplant, das von einem Renovierungsstau geplagte Gebäude zu sanieren und erforderlichenfalls eine Garage auf der Zisterne zu errichten, die auch für ein größeres Fahrzeug geeignet sein sollte. Doch diese Pläne entsprachen so ganz und garnicht den Vorstellungen der ortsansässigen Brandschützer und auch der Dillhäuser Bevölkerung. Augenscheinlich waren die Räumlichkeiten in keiner Weise mit modernen Feuerwehrhäusern vergleichbar und darüber hinaus war weder ein Vorplatz vorhanden noch eine ebene Fläche, um außerhalb des Gebäudes erforderliche Arbeiten durchführen zu können.

So geriet die Feuerwehrseele in Aufruhr und das Dorf stand dahinter. Unter der Federführung der altgedienten Feuerwehrleute Hans Horz und Ulrich Klein und Mithilfe u.a. von Martin Pfeifer wurde eine Unterschriftenaktion organisiert und zum Ortstermin Anfang August 2009 waren 320 Unterschriften gesammelt, die das Begehren nach einem Feuerwehrhaus auf dem „Kirmesplatz“ Zum Schiefer unterstützten. Beratend standen hier auch Hans-Josef Ruckes, Architekt Ewald Geiermann, Merenberg und auch Kreisbrandinspektor Georg Hauch zur Seite.

Der Gemeindevorstand mit Bürgermeister Scholz sagte daraufhin zu, diese Alternative zu prüfen und so befasste sich Anfang September 2009 das Gemeindeparlament mit dem Antrag eines Neubaus für die Freiwillige Feuerwehr Dillhausen.

Am 09. Sptember 2009 meldete das Weilburger Tageblatt, daß das Parlament den Antrag verabschiedet hatte, da der mit 235.000 € veranschlagte Neubau um 60.000 € günstiger sei als die Sanierung mit Erweiterung.

Nun konnten Pläne geschmiedet und der Architekt Thomas Schlicht legte alsbald einen Entwurf vor. Die Bauleitung hatte Bauamtsleiter Dipl.Ing. Eberhard Strieder inne.

Anfang März des Jahres 2010 – der Schnee war noch nicht ganz weggetaut – begann ein Bagger der Fa. Goubeaud, Odersberg,  damit, das alte Toilettenhäuschen abzureißen und das Plateau für die Bodenplatte zu ebnen. Im Abschuß daran fertigte die ortsansässige Firma Wendelin Philipps (Inh. Roland Philipps) die Fundamente und goss Mitte März die Bodenplatte des neuen Hauses.

So konnte schon Mitte März – nachdem der obligatorische Spatenstich des Bürgermeisters aus terminlichen Gründen ausgefallen war –  begonnen werden und die Feuerwehrkameraden begannen unter fachkundiger Leitung von Alwin Schäfer, das Ergeschoß zu errichten. Am 10.04.2017 war das Ergeschoß herausgemauert, so dass bereits am 26.04.2017 die Fertigdecke im Bereich der Spind-/Umkleideräume/Toiletten verlegt werden konnte. Anfang Mai wurde die Decke betoniert, so dass der erste Bauabschnitt fertiggestellt war.

Am 08.05.2010 lieferte ein Lastzug neues Baumaterial an und in den nächsten Tagen wuchs das 1. Stockwerk zusehends. Das Gebäude wurde eingerüstet und man konnte sich nun die Ausmaße des Gebäudes schon recht gut vorstellen. Bis Mitte Juni wurden Ringanker und Stürze betoniert und die notwendigen Vorbereitungen für die Anbringung der Pfetten und des Firstes getroffen. Ein weiterer Meilenstein war erreicht und so konnte ein großer Kran am 25.06.2010 das Dachgebälk unter Anleitung des Zimmermannes Sebastian Marek, der anschließend auch den Richtspruch sprach,  an die richtigen Stellen heben. Nachdem diese Arbeiten vollendet waren, konnte Richtfest gefeiert werden.

Hierzu begrüßte Wehrführer und Vereinsvorsitzender Michael Kintscher  Bürgermeister Thomas Scholz, Mitglieder der Gemeindegremien, Gemeindebrandinspektor Klaus Schlicht, Ortsvorsteher Dieter Eckert, die Wehrführer der Gemeinde, Architekt Thomas Schlicht und natürlich die Kameraden der Einsatzabteilung der FFW Dillhausen.

Nun ruhte der Bau zunächst , ehe am 27.07.2010 ein Lkw das Solardach anlieferte. Am nächsten Tag wurden die Fertigteile unter Federführung der Fa. Klein Bedachungen (Inhaber Michael HERRMANN) verlegt und somit begann die Zeit der Innenarbeiten. Fenster und Türen wurden gesetzt und zudem wurden noch vor dem Winter die Garagentore montiert. Verputzerarbeiten und anderer Feinschliff folgten. Schließlich konnte Kunstmaler Georg Franke aus Waldernbach nach einer Initiative von Hans Horz Anfang April 2011 den Heiligen St. Florian auf die Außenwand des Gebäudes malen und das Werk vollenden.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.

 

Hans Horz/Th. Klein /22.10.2017

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